Windenergieanlagen bis zu 200 Meter hoch in Wennigsen/ Degersen?

Größenvergleich WEA

Auswahl von Enercon Windkraftanlagen eingetragen anhand ihres Einführungsjahres. (Kölner Dom, Florianturm, Brandenburger Tor und Sattelzug zum Größenvergleich.) Von Jahobr – Eigenes Werk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44444943

Vorweg ein paar kurze Anmerkungen:

Nach dem mehrfachen Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomenergie ist mittlerweile beschlossen, eine Energiewende hin zur Verwendung erneuerbarer Energieträger durchzuführen. Die Nutzung der Windenergie ist dabei eine der tragenden Säulen. Würde es jetzt keinen weiteren Ausbau der Windenergie geben, wäre die Energiewende bereits jetzt erledigt.

Neben der Windenergie setzt die Bundesregierung verstärkt auf Biomasse. Biomasse benötigt allerdings Flächen, auf denen z. B. Energiepflanzen angebaut werden. Allerdings nimmt die zur Verfügung stehende Ackerfläche eher ab, statt zu. Insofern ist die Energiepolitik der Bundesregierung inkonsequent und widersprüchlich. In früheren Zeiten wurden zur Gewinnung neuer Flächen Kriege geführt. Das kann heute niemand wirklich in Betracht ziehen.

Eine weitere Säule der erneuerbaren Energieträger ist die Wasserkraft. Mittels Wasserkraft erzeugter Strom kommt bereits zu einem erheblichen Teil aus Norwegen und Österreich. In Deutschland sind die Kapazitäten begrenzt. Gezeitenkraftwerke könnten einen signifikanten Anteil zum Strommix beisteuern, werden aber wohl in Deutschland nicht ernsthaft verfolgt.

Unsere Meinung:

Deshalb ruhen alle Hoffnungen auf der Windenergie. Ich selber und wohl die meisten von uns in der GFW stehen der Windenergie prinzipiell positiv gegenüber. Allerdings würden wir uns wünschen, Metropolregionen, wie die Region Hannover vom weiteren Ausbau mit Windenergieanlagen (WEA) auszunehmen. Bereits jetzt ist die Dichte von WEA in der Region Hannover höher, als in vielen vergleichbaren Metropolregionen. Wir haben den Eindruck, dass der weitere Ausbau von WEA in unserer Region inzwischen nur noch ein Prestigeprojekt ist, welches die SPD den Grünen zuliebe ohne weiter darüber nachzudenken, durchziehen möchte.

Allein die Tatsache, dass relativ nah an bewohntem Gebiet (und in einer Metropolregion ist man quasi immer nah an bewohntem Gebiet)  200 Meter hohe Masten errichtet werden sollen, halten wir für eine Zumutung. Um solche Türme stabil zu halten, sollen Betonblöcke 16 Meter tief in den Untergrund gegossen werden. Trotzdem würde wohl durch die Kraft des Windes und die Hebelwirkung der gesamte Betonblock bewegt werden und dabei die Oberflächenstrukturen aufbrechen.  Insbesondere für ein Vorranggebiet in der Nähe von Trinkwasserentnahmestellen (Eckerde) sind die Folgen noch gar nicht abzusehen.

Ein anderer Punkt ist, dass Windenergie nicht grundlastfähig ist. Bei Flaute wird kein Strom erzeugt, in windreichen Zeiten wird schon heute viel zu viel Strom erzeugt. Dieser viele Strom erzeugt Instabilitäten in den Übergabenetzwerken. Per Gesetz ist den netzbetreibern vorgeschrieben, für gleichmäßige Verteilung des Stromes zu sorgen. Der Ausgleich von Überangebot und Normalangebot an Strom in unterschiedlichen Netzen, Redispatch genannt,  ist einigermaßen kostspielig. 2015 kostete der Redispatch ca. 1 Milliarde Euro, den letztlich die Verbraucher zu zahlen haben.  Je mehr WEA zugebaut werden, desto höher steigen auch die Redispatchkosten.

Insbesondere für die Region Hannover setzen wir uns deshalb für einen Stopp beim Ausbau der WEA ein.

Gleichzeitig ist es mir ein Anliegen, Speicher für Strom zu schaffen, der aus erneuerbaren Energiequellen, wie der Windenergie, erzeugt wurde. Verschiedene Techniken dazu sind längst bekannt und auch Pilotanlagen laufen bereits erfolgreich – allerdings nicht in der Region Hannover.

Deshalb wären wir für den Ausbau an Stromspeichermöglichkeiten in der Region Hannover, z.B. durch das power-to-gas Verfahren, bei dem durch Elektrolyse Wasserstoff erzeugt wird, der dann entweder selbst in Generatoren verstromt werden kann, oder aber mit dem Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid wird Methangas (also Erdgas) erzeugt, dass dann in Gaskraftwerken verstromt werden kann, bzw. in die Gasnetze eingespeist und an die Haushalte geliefert werden kann.

Die Region Hannover könnte auf diesem Feld zu einem führenden Standort werden, wenn die Politker der Region jetzt die richtigen Entscheidungen treffen – was ich allerdings kaum glaube; der Einfluss der Grünen ist noch zu groß.

Fazit:

Die GFW steht der Windenergie grundsätzlich positiv gegenüber. Den weiteren Zubau an WEA in der Region Hannover lehnen wir bis auf Weiteres ab. Stattdessen fordern wir den Bau und Ausbau von Speichern für Strom, um erneuerbare Energien grundlastfähig zu machen.

Axel Görke, Gemeinschaft Freier Wähler in Wennigsen, GFW-Wennigsen

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